café Rebeldía Infos Hintergrund aktiv über uns links Bilder  
 

infos

 


News
Correos de las Americas
Articulos en español
Communiques (de | es)
Suche im Archiv

 
 

NEWS

 
18.7.2010
Newsletter Juli 2010
1.7.2010
Alle 12 politischen Gefangene von Atenco freigelassen
23.6.2010
Solifiesta 15-10
19.6.2010
Adeus, Saramago
10.6.2010
Rote Karte für die mexikanische Regierung!
10.6.2010
Südmexiko Soli-Newsletter Juni 2010
1.6.2010
Dritter paramilitärischer Angriff innerhalb eines Monats in Oaxaca
22.5.2010
SÜDMEXIKO - SOLINEWSLETTER MAI 2010
12.5.2010
Oaxaca. Opfer werden zu Täter gemacht
28.4.2010
Paramilitärs greifen Friedenskarawane in Oaxaca an; zwei Tote
 
| »

Massaker in Chiapas

--- NarcoNews ---
15. November 2006

Update 17.11. Die gute Nachricht: Die Anzahl der Ermordeten kann nach unten korrigiert werden: 4 Tote, 4 Verschwundene, die wahrscheinlich entführt wurden. Die schlechte Nachricht: Der Angriff erfolgte in zwei Wellen, war eine massive paramilitärische Aktion! Infos (englisch) siehe Narconews Update

Update 15.11.: Frayba berichtet von 14 Toten und von entführten Verletzten!

Staats- und Bundesregierung wurden durch indigene Gemeinden und Menschenrechtsorganisationen über die Bedrohung gewarnt, doch die Behörden unternahmen nichts.

Von Al Giordano
Der Andere Journalismus mit der Anderen Kampagne in Chiapas

Massaker in Chiapas: Sechs Frauen, drei Männer, zwei Kinder in den Montes Azules ermordet

Narco News, Al Giordano, 13.11.

Heute, am Montag den 13. November, verübten mutmassliche Paramilitärs ein Massaker in der Montes Azules, in der Selva Lacandona von Chiapas, und ermordeten neun indigene Frauen und Männer und zwei Kinder.

Wie einem handschriftlichen Dokument zu entnehmen ist, das NarcoNews von den zapatistischen zivilen Gemeinden in der Region erhalten hat, lauten die Namen der Ermordeten:

Marta Pérez Pérez
María Pérez Hernández
María Nuñez González
Petrona Nuñez González
Pedro Nuñez Pérez
Eliver Benítez Pérez
Antonio Pérez López
Dominga Pérez López
Felicitas Pérez Parcero
Noilé Benítez (8 años)
Ein noch nicht getauftes Neugeborenes

Die Details des Massakers, in einer sehr isolierten Gegend, fernab von urbanen Zentren und den Medien, sind noch immer unklar, doch die Warnsignale der sich anbahnenden Gewalt dieser Größenordnung in dieser Region sind den Staats- und Bundesbeamten die ganze Zeit bekannt gewesen. Insbesondere in Juli und August 2006 sind durch Menschenrechtsorganisationen Warnungen eingegangen, doch statt Schutzmaßnahmen zu ergreifen, haben die Polizei und andere Behörden seitdem die Probleme nur noch mehr verschärft.

Die Opfer lebten und arbeiteten im Ejdo Dr. Manuel Velasco Suarez II, auch bekannt als Viejo Velasco Suárez, eine Bauerngemeinde, die 1984 durch ein Abkommen mit der mexikanischen Regierung gegründet worden ist. Sie und die ihnen vorangehenden Generationen hatten davor in anderen Teilen des Lakandonischen Urwalds gelebt, welche 1972 zum "Naturschutzgebiet" ernannt wurden. Damals wie heute hatte die offizielle Zulassung weniger mit dem Schutz von Mutter Natur zu tun, als mit ihrer Ausbeutung: die Einrichtung der Biosphäre „Montes Azules“ diente dazu, der mexikanischen Regierung das Kontrollmonopol über die Abholzung der Edelholze und anderer natürlichen Ressourcen zu sichern. Im Rahmen des Spektakels und der Simulation angeblichen Umweltschutzes wurden 66 Familien der indigenen Gruppe der Lakandonen – eine Bevölkerung, die heute nur einige hundert Mitglieder zählt, Abkömmlinge der Maya Völker der Halbinsel Yucatan, die vor Jahrhunderten nach Chiapas ausgewandert waren – zu den alleinigen Verwaltern von mehr als 600.000 Hektar Regenwald erklärt, jedoch nur unter der Bedingung, dass sie die wirtschaftlichen Rechte über das Land an die Regierung abtraten.

Seitdem lebten die Angehörige anderer indigenen Maya-Völker – in erster Linie Tzeltal und Chol –in einem Belagerungszustand durch die Regierung, deren Polizeibehörden, dem Militär, den Lacandonas und anderen Tzeltal- (aus dem Dorf Nueva Palestina) und Chol (aus Frontera Corrazal) -Gemeinden, die sich dem Geschäft angeschlossen, und davon profitiert haben. Die verbleibenden indigenen Gemeinden in der Region sind seitdem ständigen Angriffen ausgesetzt gewesen. Konflikte in der Zone führten zu dem Abkommen von 1984, unter dessen Auflagen Viejo Velasco Suarez und andere gemeinschaftliche Campesino-Gemeinden gegründet wurden, die angeblich gesetzlich geschützt sein sollten: Flor de Cacao, Nuevo Tila, Ojo de Agua und San Jacinto Lacanja. Sie alle befinden sich in der gleichen Region wie die weltberühmten Maya-Tempeln und Ruinen von Yaxchilán, nahe des gigantischen Rio Usamacinta, das die mexikanische Grenze zu Guatemala bildet.

Die elf Morde dieses Massakers ereignen sich – wie es bei Massaker oft der Fall ist – zu einer Zeit, da die mexikanische Bundesregierung zu den schlechten alten Tagen der groß angelegten Repression zurückgekehrt ist (so in Atenco in Mai 2006 und gegenwärtig in Oaxaca). In Zeiten wie diesen fühlen sich Paramilitärs und Polizeibehörden durch die Signale von oben ermutigt, und verschärfen ihre historischen Aggressionen gegen – besonders indigene – Gemeinden, die als hinderlich für wirtschaftliche Interessen angesehen werden.

Die Bundesregierung von Vicente Fox und sein Innenministers Carlos Abascal (“der Schlächter von Oaxaca”) sind über die Zeitbombe der Gewalt, die das Dorf Viejo Velasco Suarez und andere Gemeinden in der Montes Azules Region bedroht, bereits mehrmals gewarnt worden.

Frühe Warnungen

Am 19. Juli 2006 veröffentlichte das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas eine Warnung mit dem Titel “Drohungen der Vertreibung und Zusetzungen gegen die Indigenen Völker des Lakandonischen Urwalds.” Auch bekannt als das “Frayba”, ist dieses ursprünglich vom katholischen Bischof Samuel Ruíz gegründete Zentrum weltweit für seine gründliche und aufrichtige Arbeit angesehen.

Diese Menschenrechtsorganisation warnte Berichte erhalten zu haben, denen zufolge:

"... Am Samstag, den 14. Juli, bezog die Polizeieinheit Seguridad Publica (des Staates von Chiapas) nahe der Gemeinde von Ojo de Agua in El Progreso Stellung und drohte, die Familien dieser Gemeinde gewaltsam zu räumen, Familien, die ihr Recht auf Land als indigene Völker verteidigen... Wir Einwohner von San Jacinto Lacanja, Flor de Cacao und Viejo Velasco werden ebenfalls mit der Räumung bedroht."

Das Frayba erklärte in seiner Warnung vom 19. Juli:

"Nach Einschätzung von Frayba handelt es sich hierbei um ein historisches Problem, mit einer Reihe von Irregularitäten und Fehlleistungen der Behörden und Staatsbeamten, die vorherige Abkommen ignorieren, betroffene Konfliktsparteien manipulieren und dadurch Probleme verschärfen, mit gewaltsamen Räumungen drohen, um die Gemeinden und Organisationen zu zwingen "sich hinzusetzen und zu verhandeln", oder die Verpflichtungen nicht verstehen, die im Rahmen der Verhandlungen mit den zerstrittenen Gemeinden eingegangen worden sind."

Das Frayba forderte die Regierungsbehörden auf, Maßnahmen zu ergreifen um "die persönliche Sicherheit und Integrität der Familien" der vier bedrohten indigenen Gemeinden zu garantieren, das Abkommen von 1984 und andere dieser Art zu respektieren, das ihnen ihr Land zusicherte, und die internationalen Abkommen zu achten, die derartige Protektionen für indigene Völker garantieren.

Einige Wochen später begaben sich Vertreter dieser Organisation, gemeinsam mit einer Delegation des nordamerikanischen Global Exchange, sowie der Organisationen Maderas del Pueblo und Xi’ Nich auf einer Untersuchungsmission zu den betroffenen Gemeinden. Global Exchange veröffentlichte einen detaillierten sieben Seiten langen Bericht, der die Hintergründe des Konflikts ausführlich erklärte, und interessanterweise auch die Schwierigkeiten und Hindernisse beim Versuch die Gemeinden zu besuchen darstellte.

Der Bericht zog den Schluss:

"Während die genauen Gründe für den Ausschluss dieser vier Gemeinden aus dem Landlegalisierungsprozess unklar sind, liefern geografische und politische Faktoren einen wichtigen Anhaltspunkt. Drei der Gemeinden - Flor de Cacao, San Jacinto Lacanja, Ojo de Agua el Progreso – befinden sich nach Angaben von Miguel Angel Garcias von Maderas del Puebla, auf ein Gebiet mit Edelholzbestand, das die Lacandon Gemeinde ausbeuten möchte. Sie liegen ebenfalls am Ufer des Rio Usumacinta, eine der bedeutendsten Trinkwasserquellen der Region. Der "Plan Puebla Panama", das Regierungsvorhaben für die wirtschaftliche "Modernisierung“ des Landes, erwägt ebenfalls die Errichtung von Wasserkraftstaudämmen auf dem Rio Usumacinta. Zusätzlich dazu glauben viele Personen, die ausgesagt haben, dass die Lakandonen das Land für sich selbst wollen, um es für den Fremdenverkehr auszubauen, da die archäologische Anlage von Yaxchilan sich in der Nähe befindet, und Lakandonen sich sehr intensiv am Tourismusgeschäft beteiligen. Die vierte Gemeinde, Viejo Velasco, wird von der mexikanischen Regierung auch aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur EZLN als Hindernis für die Maximierung der Profite angesehen. Tatsächlich wurde kurz nach unserem Besuch in El Desempeño die Gemeinde Chol de Tumbala gewaltsam von Regierungsbeamten geräumt, eine Gemeinde zapatistischer Unterstützungsbasen, die sich ebenfalls im Prozess der Legalisierung ihrer Landansprüche befand. Staatsbeamte der Bundes-, Staats- und Lokalregierungen sollten sofortige Schritte einleiten, um die Integrität und Sicherheit von Ojo de Agua El Progreso, Flor de Cacao, San Jacinto Lacanja, und Viejo Velasco zu garantieren. Diese Gemeinden haben sowohl unter den Auflagen des Abkommens von 1984 als auch durch die Abkommen, die bei den Verhandlungsrunden von Limonar erzielt worden sind, Anspruch auf Landschutz. Die Lokal-, Staats- und Bundesregierungen sollen sofortige Maßnahmen ergreifen, um die angedrohten illegalen Räumungen aufzuhalten, und die Familien, die von ihrem Land vertrieben wurden, zurückzuführen, falls sie es wünschen sollten. Dies ist das Mindeste, das Anstand und Gerechtigkeit fordern."

Die internationale Menschenrechtsorganisation sendete ihr Bericht an den mexikanischen Präsidenten Vicente Fox, seinen Innenminister Carlos Abascal, den Gouverneur von Chiapas, Pablo Salazar Mendiguchia, und an verschiedene Bürokraten in beiden Regierungen.

Anstatt Maßnahmen zu ergreifen um das Unrecht zu berichtigen, setzten die Staats- und Bundesregierungen die gewaltsamen Ereignisse erst in Gang – und sendeten Signale aus, dass die von den Gegnern dieser Gemeinde, die sie mit Gewalt bedroht hatten, als Zusicherung der Straflosigkeit aufgefasst wurden. Die zum führte zum Massaker an 11 indigenen Zivilisten.

Eskalierende Aggressionen

Einer handschriftlichen Chronologie der bisherigen Ereignisse zufolge, die Narco News heute erhalten hat, und von Angehörigen der betroffenen Gemeinden verfasst worden ist, haben sich nach der Informierung der Fox und Salazar Regierungen, die Aggressionen gegen sie noch verschärft:

19. September: "Gegen 16:30 Uhr erschienen Comuneros aus Nueva Palestina, bewaffnet mit Macheten, Gewehre, Schaufeln, Pickeln und Steinen". Sie zerstörten das Haus einer Familie. Gegen 20:00 Uhr feuerten sie Kugeln auf ein Gebäude, in dem Frauen und Kinder schliefen.

4. Oktober: Comuneros aus Nueva Palestina griffen zwei Campesinos auf ihren Bohnenfeldern mit Gewehren an, und vernichteten die Ernte.

8. Oktober: Mitglieder der regierungsfreundlichen Gemeinde Nueva Palestina trafen sich und fassten den Beschluss die Einwohner von Viejo Velasco Suarez anzugreifen.

9. Oktober: Der Angriff wurde ausgeführt, und das Haus einer Familie abgerissen; am gleichen Nachmittag verschleppten sie einen Angehörigen der Gemeinde, der in der Auseinandersetzung "ernsthaft verletzt" wurde.

In einem weiteren handschriftlichen Dokument an Narco News, das auf Samstag, den 11. November datiert wurde, erklären Gemeindemitglieder, dass die Comuneros von Nueva Palestina ihre Wasserversorgung abgedreht hatten, was die Gemeinde von Viejo Velasco Suarez zwang, das Wasser wieder anzudrehen, und elf Comuneros auszuweisen, die in ihre Gemeinde eindrungen waren. Das Dokument enthielt die Namen und Unterschriften der elf vertriebenen Männer.

Es heißt weiter:

“Wir ersuchen die Einwohner von Nueva Palestina und die Staats- und Bundesregierungen, dieses Abkommen zu respektieren und die Gewalt von beiden Seiten in unsere Gemeinde einzustellen. Wir machen die Regierung für alle weiteren Vorfälle verantwortlich...“

"Am Mittwoch, den 1. November 2006, begannen die Einwohner von Nueva Palestina die Wasserleitung bis heute, Samstag, den 11. November dieses Jahres, abzustellen. Aufgrund dessen ergreift die ansässige Gruppe dieser Gemeinde folgende Maßnahme ... wir trennen uns vollständig von den Gruppen aus Nueva Palestina, und wollen nicht, dass sie uns in der Gemeinde von Viejo Velasco weiterhin belästigen. Jeder von ihnen unterzeichnet sein Einverständnis wegzugehen und nicht wiederzukehren, um keine weiteren Probleme mit den ansässigen Einwohnern zu verursachen.“

Einer e-mail zufolge, die wir gerade von den Familien den Toten erhalten haben:

"Die Angreifer waren Anwohner der Gemeinde von Nueva Palestina, und wie im Fall der traurigen Ereignisse des Acteal Massakers (vom 22. Dezember 1997, ebenfalls in Chiapas), bestätigen die Familien der Opfer, dass sie nun von mehreren Straßensperren der Polizei umgeben sind.“

Einem Kommunique zufolge, das heute Nacht von Maderas del Pueblo veröffentlicht wurde, kamen die Angreifer aus Nueva Palestina, und erschienen im Morgengrauen: "vier Subcomuneros der Angreifergruppe, die schwer bewaffnet in die Gemeinde kamen, mit der Absicht die dort ansässigen Familien gewaltsam zu vertreiben."

Heute, zwei Tage später, sind sechs Frauen, drei Männer und zwei Kinder dieser betroffenen Gemeinde tot. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befinden sich verschiedene Menschenrechtsorganisationen, der Rat der Guten Regierung der zivilen Unterstützungsbasen der Zapatistischen Armee zur Nationalen Befreiung (EZLN), sowie Mitarbeiter des Anderen Journalismus mit der Anderen Kampagne in Roberto Barrios, um die Details dieses weiteren angekündigten Massakers zu untersuchen.

Presse-Bulletin Frayba, 14. November: 14 Tote, weitere Gewalt und Vertreibungen drohen

Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas
San Cristóbal de Las Casas, Chiapas, 14. November 2006

Presse-Bulletin. Nr. 30

Bewaffnete Konfrontation und Polizeieinsatz in den Gemeinden des Lakandonischen Urwalds fordert Tote, Verletzte und Vertriebene.

- Meldungen zufolge wurden in Viejo Velasco Suárez, Bezirk Ocosingo zwischen Sonntag, dem 12.und Montag, dem 13. November, sehcs Frauen, sechs Männer und zwei Kinder getötet sowie eine unbestimmte Anzahl von Personen verletzt.

- Eine noch unbestimmte Anzahl von Familien in der Gemeinde von Busiljá, nahe Velasco Suárez, am Donnerstag, den 9. November, durch einen Einsatz der Sektorpolizei gewaltsam geräumt.

- Eine Brigade von Menschenrechtsverteidiger aus Chiapas haben sich heute vor Ort begeben, um die Information zu überprüfen.


Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas wurde gestern, am 13. November, durch verschiedenen Quellen darüber informiert, dass zwischen Sonntag, den 12., und Montag, den 13. November, Comuneros aus dem Dorf Nueva Palestina, das zu den Kommunalländereien (Bienes Comunales) der Selva Lacandona gehört, die Dorfbewohner des Ejido Doctor Manuel Velasco Suárez II (Viejo Velasco), Bezirk Ocosingo, mit Schusswaffen bewaffnet angegriffen
haben. Dabei wurden in diesem Dorf sechs Frauen, sehcs Männer und zwei Kinder getötet und eine unbestimmte Anzahl von Personen verletzt.

Die Informationen, welche bisher in Erfahrung gebracht werden konnten:

1. - Zwischen Sonntag den 12. und Montag den 13. November, griff eine unbestimmte Anzahl von Comuneros aus Nueva Palestina, von den Kommunalländereien der Selva Lacandona, in zwei Gruppen geteilt, die Einwohner von Viejo Velasco, mit Schusswaffen bewaffnet an. Der Beschuss der Angreifer wurde dabei anscheinend erwidert.

2. - Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden eine unbestimmte Anzahl von Verletzte, und der Tod von 6 Frauen, 6 Männern und zwei Kindern von beiden Seiten gemeldet:

1. Artemio Benítez Pérez.
2. Domingo Pérez López.
3. Elizabeth Benítez Pérez
4. Felicito Pérez Parcero
5. Filemón Benítez Pérez
6. Hilario Pérez López
7. María Núñez González
8. María Pérez González
9. María Pérez Pérez
10. Martha Pérez Pérez
11. Noyli Benítez Pérez (8 años)
12. Pedro Núñez Pérez
13. Petrona Núñez González
14. Ein Neugeborenes


3. - Am Montag, den 13. November, wurden vier Straßensperren der Sektorpolizei (Policia Sectorial) auf der Grenzautobahn denunziert: am der Kreuzung der Gemeinde Frontera Corozal, an der Zufahrt zu San Javier, bei den Kreuzungen der Gemeinden Palestina und Paraíso, innerhalb der Kommunalländereien der Selva Lacandona.

4. - Am Montag, den 13. November, waren an der Kreuzung von El Paraíso und beim Rancho La Herradora, nahe der Gemeinde von Nuevo Francisco León, Schüsse zu hören, während die Sektorpolizei in der Umgebung patrouillierte.

5. - Seit Montag, den 13. November, Mittag, überfliegt die Sektorpolizei die Zone mit Hubschraubern und gegen 14:00 Uhr drangen mehrere Patrouillen in Viejo Velasco ein. Die Sektorpolizei gestattete am ganzen 12. November keinen Zutritt in die Gemeinde Viejo Velasco um die Verletzten zu versorgen.

6. - Gerüchten zufolge sollen mindestens 5 Gemeinden durch die Behörden gewaltsam geräumt worden sein: Flor de Cacao, Nuevo Tila, Ojo de Agua Tsotsil, Velasco Suárez und San Jacinto Lacanjá. Sie befinden sich alle in der Umgebung der Kommunalländereien der Selva Lacandona.

7. - Es existieren Berichte darüber, dass sich mehrere noch nicht identifizierte Gefangene aus der Gemeinde Viejo Velasco in der Gewalt der Angreifer befinden sollen.

8. -Dorfbewohner aus der Gemeinde von Busiljá, Bezirk Ocosingo, das ungefähr 15 km von Viejo Velasco entfernt liegt, suchten gestern 13.11. das Menschenrechtszentrum auf, um die Vertreibung einer noch nicht näher bestimmten Anzahl von Familien durch den Einsatz der Sektorpolizei zu denunzieren, der am 9. November stattgefunden hat. Bis zum gegenwärtigen
Zeitpunkt ist noch nicht klar, ob die zwei Vorfälle miteinander in Verbindung stehen.

9. - Heute brach eine Brigade verschiedener ziviler Menschenrechtsorganisationen, an welcher auch Personen unseres Menschenrechtszentrums beteiligt sind, in diese Zone auf, um die erhaltene Information zu bestätigen und die Vorfälle zu untersuchen.

Es muss daran erinnert werden, dass in den letzten Jahren von Seiten der Regierung ein starker Druck auf die Gemeinden ausgeübt wurde, deren Grenzen sich mit den Kommunalländereien der Selva Lacandona überschneiden. Weit davon entfernt, einen "Krisenherd" entschärft zu haben, wie das Ministerium für Landwirtschaftsreform verlautbaren liess, zeigen die Vorfälle, dass keine befriedigende Einigung für die Konfliktparteien erzielt worden sind.

Wir rufen die Regierung des Bundesstaates von Chiapas auf, die Arbeit der Menschenrechtsverteidiger nicht zu behindern, und sich der Durchführung von Aktionen zu enthalten, die das Risiko von Konfrontationen verschärfen würden.

Das Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de Las Casas wird weiterhin über die Vorfälle berichten

* * * * * * * * * * *

Am Nachmittag des 14. November gegen 14:00 Uhr, wurde diesem Menschenrechtszentrum eine Denuncia des Ejido Lacanjá Tseltal zugestellt, der zufolge Bewohner von Nueva Palestina, zwei oder drei Verletzte aus Viejo Velasco gefangen halten, entsprechend der Anzahl der anderen Verletzten aus Nueva Palestina. Einer kursierenden Drohung zufolge sollen im Falle, dass die Verletzten aus Nueva Palestina sterben sollten, die gefangenen Verletzten aus Viejo Velasco hingerichtet werden.


Menschenrechtszentrum Fray Bartolome de Las Casas A.C. [FrayBa]
http://www.laneta.apc.org/cdhbcasas/
Info-cdhbcasas mailing list
Info-cdhbcasas@listas.laneta.apc.org
http://listas.laneta.apc.org/mailman/listinfo/info-cdhbcasas

E-mail: cdhbcasas@laneta.apc.org
frayba@frayba.org.mx
Diesen Artikel drucken