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café Rebeldía

 
Was ist Café Rebeldía?
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Adressen

 
Café RebelDía
gibt es in der ganzen Schweiz in Läden und Restaurants oder direkt bei:
 
  gebana ag
Hafnerstrasse 7
CH-8005 Zürich
Tel: 043 366 65 00
Fax: 043 366 65 05
info@gebana.com
 
 
Infos zu Projekt und Produkt:
 
  Café RebelDía
Eglistrasse 25
8004 Zürich

Tel / Fax: 044 400 45 69
mail
 
 

mehr Wissen

 


In unserer Linkliste finden Sie Informationen zum Verkauf des zapatistischen Kaffees weltweit.

Bilder von Mut Vitz und zur Kaffee Produktion können hier angesehen werden.

Zu Besuch bei der Kooperative Mut Vitz. Ein kurzer Reisebericht.

Wie unser Kaffee zu uns kommt. Ein längerer Artikel.

Das Aroma der Rebellion. Ein Buch von Philipp Gerber.

 
 

Was ist Cafe Rebeldia? ...der „andere“ Kaffee für Deinen täglichen Aufstand

Kaffee ist für uns vorallem ein Genuss- und Suchtmittel. Weniger ist uns bekannt und bewusst, was hinter der Kaffeeproduktion und dem -handel steckt und wie die heisse Tasse Kaffee auf unserem Frühstückstisch landet. Kaffee als klassisches Kolonialprodukt war denn auch eines der ersten Güter, das in Europa zu sogenannten "fairen" Bedingungen gehandelt wurde.

 

Kaffeemarkt und Armut

Der Süden Mexikos ist eines der wichtigsten Kaffeeanbaugebiete Amerikas. Der Kaffee wird in erster Linie von indigenen KleinbäuerInnen, die zu den ärmsten Schichten des Landes zählen, angebaut. Die Kaffeekooperativen, mit denen Café RebelDía zusammenarbeitet, sind Teil der zapatistischen Bewegung in Chiapas. Ziel der ZapatistInnen ist der Aufbau einer indigenen Autonomie in Bezug auf die Gesundheit, Bildung und Verwaltung – unabhängig vom mexikanischen Staat. Dabei folgen sie den Ansätzen der solidarischen Ökonomie und ökologischen Landwirtschaft. Die Kaffeekooperativen sind ein wichtiges Instrument, um die Selbstverwaltung zu verwirklichen.

Für die meisten Bauernfamilien ist der Kaffee die einzige Einnahmequelle. Seit einigen Jahren schliessen sich viele KaffeebäuerInnen zu Kooperativen zusammen, um gemeinsam auf dem Markt aufzutreten und ihre Produkte zu einem gerechten Preis verkaufen zu können. Die Marktnische des alternativen Handels bietet eine Chance, weiterhin von der Landwirtschaft leben zu können. Durch den direkten Verkauf ihres Kaffees zu einem fairen Preis erreichen die zapatistischen Kleinbauernfamilien ein existenzsicherndes Einkommen. Gleichzeitig werden dadurch ihre Bemühungen für die eigenständige Entwicklung indigener Regionen gestärkt. Der Kaffeeanbau ist in Mexiko eine Alternative zur Migration in die USA sowie zur menschenunwürdigen Fabrikarbeit in den Maquiladoras, den Grossbetrieben in zollfreien Produktionszonen.

Der zapatistische Aufstand

Am 1. Januar 1994 besetzten einige tausend indigene KämpferInnen der EZLN (Zapatistische Armee zur Nationalen Befreiung) die Kolonialstadt San Cristóbal de las Casas und weitere Bezirkshauptstädte im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. Der zapatistische Aufstand steht in der Tradition des Jahrhunderte langen Kampfes der MexikanerInnen für Arbeit, Land, Wohnraum, Nahrung, Bildung, Gesundheit, Unabhängigkeit, Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit als Voraussetzung für ein würdiges Leben. Die 1996 vereinbarten Abkommen von San Andrés über indigene Rechte, die zu einer politischen Lösung des Konflikts hätten führen sollen, wurden von den wechselnden mexikanischen Regierungen bisher nicht umgesetzt. Aus diesem Grund waren die ZapatistInnen nicht länger bereit, mit dem mexikanischen Staat zu verhandeln. Sie suchten ihren eigenen Weg und begannen, ihr Konzept der indigenen Autonomie in die Praxis umzusetzen.

Indigene Autonomie

Ya basta! Die aufständischen Indígenas haben genug davon, als Menschen zweiter Klasse behandelt zu werden. Sie wollen vollwertige BürgerInnen Mexikos mit der Anerkennung ihrer eigenen Kultur und ihrer politischen Selbstbestimmung sein. Sie wehren sich gegen die neoliberalen Strukturanpassungen der mexikanischen Regierung. Die aufständischen Gemeinden streben nach wirtschaftlicher und politischer Autonomie und nehmen ihr Schicksal in die eigenen Hände. Diese Selbstbestimmung ist als Organisation von unten zu verstehen und nicht mit einer Abspaltung vom mexikanischen Staat zu verwechseln.

So wurden im August 2003 die fünf regionale Zentren (Caracoles) eingeweiht, in
welchen die „Räte der guten Regierung“ die autonomen zapatistischen Regionen verwalten. Die indigene Autonomie gewann Schritt für Schritt an Struktur und Wirkung: Eigene Rechtsprechung, eigenes Bildungs- und Gesundheitssystem, eigene Radiostation, Biolandbau sowie alternativer Handel.

Die zapatistischen Kaffeekooperativen:

„Yachil Xochobal Chulchan“
(in der indigenen Sprache Tzotzil „Neues Licht am Himmel“/“Nueva Luz del Cielo“)
Yachils 600 Mitgliederfamilien stammen aus fünf Bezirken im Hochland von Chenalhó, zugehörig zum Caracol Oventic. Die Kooperative wurde 1998 gegründet und exportiert seit 2001 biologisch zertifizierten Kaffee. Viele Mitglieder haben Angehörige, die bei paramilitärischen Angriffen Ende der 90er Jahre umgebracht worden sind. In Zukunft will die Kooperative auch Ausbildungsplätze für Jugendliche anbieten; zum Beispiel mit dem Projekt einer eigenen Rösterei.

„Yochin Tayel Kinal“
(in der indigenen Sprache Tzeltal „Beginnen, das Land zu bearbeiten“)
Yochin ist seit 2002 als Kooperative organisiert. Bei ihr sind 270 Familien aktiv. Sie leben auf unterschiedlichen Höhenlagen in der Region Cañadas in drei Bezirken, die dem Caracol Morelia angeschlossen sind. Die Kooperative Yochin exportiert seit 2007 biologisch zertifizierten Kaffee und verkauft auch auf dem lokalen und nationalen Markt nach San Cristóbal, Mexiko Stadt und Chihuahua. Yochin verfügt über eine eigene Sortieranlage für Kaffeebohnen und installiert momentan ein eigenes Labor zur Qualitätsanalyse des Kaffees.

„Ssit Lequil Lum“
(in der indigenen Sprache Tzeltal „Frucht der guten Erde“)
Diese Kaffeekooperative wurde 2007 mit rund 400 Familien aus den Bezirken um Yajalón in der Zona Norte gegründet. In dieser Region wird der Aufbau der zapatistischen Autonomie seit Mitte der 90er Jahre durch paramilitarische Strukturen besonders erschwert. Die Gemeinden gehören zum Caracol Roberto Barrios und haben sich die Aufgabe gestellt, eine eigene Zertifizierung des Bioanbaus zu entwickeln. Sie fördern die Kultur des ökologischen Kaffeeanbaus mit eigenen ExpertInnen und animieren Jugendliche dazu, Kaffeepflanzen aufzuziehen und in die Kooperative einzutreten, um sich so eine bessere Zukunftsperspektive zu schaffen.

Für Deinen täglichen Aufstand!

Der Verein Café RebelDía (Zürich)

  • fördert die Produktion von Kaffee der zapatistischen Kooperativen.
  • setzt auf Gleichwertigkeit im Handelsaustausch.
  • fördert den biologischen Anbau und die gemeinschaftlichen Strukturen.
  • schafft Öffentlichkeit, stellt Kontakte her und pflegt den gegenseitigen Austausch.
  • kritisiert das vorherrschende, neoliberale Wirtschaftssystem, welches sich an der grossen Gewinnmaximierung grosser Konzerne orientiert.
  • unterstützt das politische Projekt der ZapatistInnen und Projekte in Guerrero und Oaxaca, die sich für Autonomie und Menschenrechte der indigenen Bevölkerung einsetzen.

Mit dem Erlös aus dem Vertrieb unterstützt die Gruppe Direkte Solidarität mit Chiapas die Selbstverwaltung der autonomen indigenen Bezirke im Widerstand sowie soziale Bewegungen und Projekte in Südmexiko.

Fein – fair – bio

Der hervorragende Arabica-Kaffee schmeckt nicht nur ausgezeichnet, er wird auch biologisch angebaut und zu einem höheren Preis als derjenige des fairen Handels eingekauft. Er gibt Dir die Möglichkeit, die zapatistische Bewegung direkt zu unterstützen!

Der Verein Café RebelDía vertreibt seit 1999 Kaffee von zapatistischen Kooperativen in der Schweiz und arbeitet seit dem 1. Januar 2008 mit der Fair-Trade-Organisation gebana zusammen, die für den Import und den Vertrieb zuständig ist. Zurzeit bezieht Café RebelDía den Kaffee von der Kooperative Yachil Xochobal Chulchan.

Die dunkle Röstung von Café RebelDía ist sowohl für die italienische Espressomaschine als auch für den Filterkaffee geeignet. Für die Röstung arbeitet gebana mit der Rösterei Rast Kaffee in Ebikon zusammen.